• Cornelia Härtl

True Crime - Fälle aus der Rechtsmedizin


Manchmal kommt man als Krimi-Autorin um etwas ungewöhnliche Recherchen nicht drumherum. So durfte ich mich bereits vor längerer Zeit einmal in der Pathologie des Sana Klinikums Offenbach sachkundig unter anderem über Obduktionen aufklären lassen (die aber nur einen sehr geringen Teil des Leistungsspektrums ausmachen). Meistens bevorzuge ich allerdings Bücher. Über Claas Buschmann hatte ich in einer Zeitschrift gelesen und dachte mir: Ungewöhnliche Fälle können fürs Krimischreiben durchaus von Interesse sein.


Tatsächlich fand ich die Lektüre zum einen sehr berührend, weil der Autor durchaus auch als Mensch auftritt. Andererseits schildert er klar und direkt, was so abgeht im Sektionssaal oder am Tatort. Er räumt dann nebenbei auch noch mit ein paar Mythen auf. Der Rechtsmediziner, der neben einer zu obduzierenden Leiche seine Leberkässemmel vespert, ist reine Fiktion. Nicht nur aus Pietätsgründen, sondern auch wegen der Hygienevorschriften.


Zwölf nicht alltägliche Fälle werden geschildert. Nicht bei allen konnte die genaue Todesursache gefunden werden. Gelernt habe ich durch die Lektüre viel. Besonders gruselig fand ich die Geschichte mit den Messerattacken. Aber - lest selbst!


Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall allen Autor*innen, die Inspiration für ungewöhnliche Tode suchen. Aber auch allen anderen, die ein nicht-reißerisches Buch zum Thema Rechtsmedizin suchen.


Claas Buschmann: Wenn die Toten sprechen. Spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin. Ullstein

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