Der fünfte Nordseekrimi erscheint demnächst
- Cornelia Härtl

- vor 20 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Ein besonderes Buchjubiläum steht für mich an

Der fünfte Nordseekrimi mit Kari Lürsen erscheint demnächst. Es ist gleichzeitig der zehnte Roman, den ich beim dp Verlag veröffentliche. Zeit, euch mal einen Blick hinter die Kulissen der Zusammenarbeit zu gewähren.
Die Nordseekrimireihe um Kari Lürsen
Als mich im Sommer vor einigen Jahren die Mail des dp Verlags mit der Frage „Könntest du dir vorstellen, eine Küstenkrimi-Reihe für uns zu schreiben?“ erreichte, war ich gerade auf Skiathos. Sofort dachte ich an eine Geschichte, die auf dieser griechischen Insel spielen könnte. Gemeint war aber eine Reihe entlang einer deutschen Küste. Weil ich ein Nordsee-Fan bin fiel die Wahl nach kurzem Überlegen auf Föhr als Schauplatz. Der erste Band der Reihe „Tod auf Föhr“ erschien dann auch schon Anfang 2023. Der aktuelle, fünfte Band der Reihe heißt „Todesstille über Föhr“ kommt Mitte 2026 heraus. Wie alle anderen Krimis der Reihe zunächst als eBook exklusiv bei Thalia, was immer einen tollen Einstieg bedeutet. Und damit sind wir gleich bei einer der Fragen, die mir sehr häufig gestellt werden.
Was ist dp eigentlich für ein Verlag?
Der Name sagt es schon – dp (DIGITAL PUBLISHERS) ist ein Digitalverlag. Genauer – der größte unabhängige im deutschsprachigen Raum. Das Hauptaugenmerk bei den Veröffentlichungen liegt daher auf eBooks und Hörbüchern. Sämtliche Titel gibt es aber auch als Taschenbuchausgabe. Die werden jedoch, im Gegensatz zu klassischen Printverlagen, bei denen eine gewisse Auflagenhöhe gedruckt und ggf. nachgedruckt wird, im Print-on-demand-Verfahren hergestellt. Heißt, sobald eine Bestellung eingeht, geht das Buch in die Fertigung und wird meist innerhalb von 1 bis 2 Tagen geliefert.
Wie ich zum dp Verlag kam
Das erste Manuskript, das ich dort anbot, stieß sofort auf Interesse. Weil ein anderer Verlag schneller war, wurde es jedoch erst einmal nichts mit der Kooperation. Weil aber der Kontakt so freundlich gewesen war, fragte ich bei dp an, als ich für zwei Titel meiner Lena Borowski-Reihe nach dem Verkauf des Sutton Verlags, dort erschien die Erstausgabe, eine neue Heimat suchte. Nachdem die ersten beiden Bände, mit neuem Titel und neuem Cover, frisch aufgelegt worden waren, schrieb ich noch einen weiteren Band. „Kalte Rache“ ist dann auch nach drei Gesellschaftskrimis (Leise Wut, ein weiterer Lena Borowski wurde bei mainbook veröffentlicht), mein erster, klassischer Ermittlungskrimi für Sozialarbeiterin Lena Borowski. Diesen Ansatz setze ich, mit weniger dunklen Verbrechen, in meiner Nordseekrimi-Reihe fort. Auch zwei Wohlfühlromane brachten dp und ich gemeinsam heraus. „Amore für Fortgeschrittene“ ist eine heiter-nachdenkliche Liebesgeschichte für Italienfans und die Generation 50plus. In „Liebe zwischen den Zeiten“ geht es um eine Zeitreise, die die anfangs recht arrogante Protagonistin in Schottland 300 Jahre in die Vergangenheit – und die Bedeutungslosigkeit – befördert.
Was ist das Besondere an der Zusammenarbeit mit einem Digitalverlag?
Erster Eindruck: Hier sind Profis am Werk, dennoch ist der Umgangston locker. Zweiter Eindruck: Hier geht alles ganz fix. Von der Manuskriptabgabe bis zur Veröffentlichung vergehen selten mehr als drei, vier Monate. Dritter Eindruck: Die wissen, was sie tun, denn alle meine Bücher haben einen Marketingplan erhalten. Und das nicht nur rund um die Veröffentlichung, sondern auch darüber hinaus. Natürlich wird ein Buch als Neuerscheinung besonders beworben und der Öffentlichkeit präsentiert. Aber dp sorgt auch später dafür, dass etwas geschieht. So werden passende Romane zu Sonderaktionen gemeldet, es gibt immer wieder Preisaktionen und „Liebe zwischen den Zeiten“ bekam zwischendurch ein neues Cover. Dazu werden Bundles geschnürt, also mehrere Teile einer Reihe als eBook, oft exklusiv für einen gewissen Zeitraum, angeboten. Nicht zu unterschätzen ist auch der Pool an Rezensent*innen und Blogger*innen, den der Verlag aufgebaut hat.
Was mir als Autorin besonders gefällt – die Zusammenarbeit ist auf Augenhöhe und außergewöhnlich transparent. Ich kann täglich über meinen Autorinnenzugang anstehende Sonderaktionen abrufen und sehen, wie viele Exemplare der jeweiligen Ausgabe verkauft wurden. Damit auch punktgenau erfahren, was meine eigenen Aktivitäten (Presse, Social Media, Lesungen etc.) bringen. Und nichts, kein endgültiger Titel, kein Cover, wurde bisher über meinen Kopf hinweg entschieden, ich war am Ende immer mit eingebunden. Okay, ich bin da meist recht pragmatisch und habe vielleicht auch Glück, dass alles für mich so in Ordnung war.
Die Verlagsarbeit im Hintergrund
Wer ein Buch in der Hand hält, assoziiert es meist nur mit dem Autor*innennamen. Dabei ist jeder Roman auch das Werk vieler kluger Köpfe und fleißiger Hände im Hintergrund. Beispielhaft nenne ich mal einige der Arbeiten, die hinter den Kulissen ablaufen: Die zeitliche Koordination und der Einkauf von Lektorat, Coverdesign, Tonstudio. Der Ablauf der gesamten Marketingaktionen für jedes einzelne Buch und das gesamte Verlagsprogramm. Die Zusammenarbeit mit den großen Veröffentlichungsplattformen, z.B. bei Sonderaktionen, sodass die Bücher immer wieder sichtbar werden. Die stets pünktlichen und übersichtlichen Honorarabrechnungen. Die Betreuung der Social-Media-Kanäle. Und vieles mehr.
Ich bin sehr froh, das nicht alles selbst machen zu müssen.
Wie geht es weiter?
Da alle Föhr-Krimis bisher auch als Hörbuch erfolgreich waren, freue ich darauf, dass der fünfte Band dann als Audio erscheint. Dieses Mal wird es eine kleine Herausforderung für die Stimme der Reihe, Anja Kalischke-Bäuerle, geben. Denn einige Szenen von „Todesstille über Föhr“ spielen in Baden-Württemberg, eine der Personen spricht Dialekt. Ich werde das dann entsprechend „vorsprechen“, ist ja schließlich sozusagen meine Muttersprache 😉
Für Ende 2026 ist dann der sechste Kari Lürsen geplant. Während ich diese Zeilen schreibe, gedeiht im Hintergrund schon der Plot dafür. Wieder wird Föhr der Schauplatz sein, sodass sich alle Insel-Fans freuen dürfen!
Wir sehen, lesen und hören uns bald wieder!
Herzlichst,
Cornelia Härtl





